Graphit- oder Composite-Schaft versus Stahlschaft 

Graphit- oder Composite-Schaft versus Stahlschaft 

Beim Kauf von neuen Eisen stellt sich immer wieder die Frage nach dem richtigen Schaft. Soll es ein Stahl-, Graphit- oder ein Composite-Schaft werden? Bevor wir versuchen, diese Frage abschließend zu beantworten, sollten wir uns zuerst die Vor- und Nachteile dieser Varianten genauer ansehen.

Wurde uns die Entscheidung noch vor zehn Jahren bequem gemacht, die Graphit-Schäfte waren leicht (35 bis 60 Gramm) und weich und eher für den langsam schwingenden Spieler geeignet, die Stahlschäfte im Gegensatz dazu eher schwer (100 bis 135 Gramm) und hart und somit eher für schneller schwingende Spieler passend, kann diese simple Klassifizierung uns die Entscheidung heute nicht mehr abnehmen. Die Gewichtsklassen der Schäfte haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Stahlschäfte sind aktuell in einer deutlich größeren Bandbreite zu erhalten (65 bis 135 Gramm), und auch bei den Graphit-Schäften hat sich die Auswahl deutlich vergrößert (35 bis 120 Gramm). 

Die in den letzten Jahren in Mode gekommenen Composite-Schäfte erleichtern uns die Entscheidung auch nicht, vergrößern sie doch das Angebot zusätzlich. Bei den Composite-Schäften handelt es sich um Graphit-Schäfte, die durch andere Materialien, beispielsweise Stahl oder Carbon, verstärkt werden. So können heute die leichten Stahlschäfte sowie Composite-Schäfte auch für Damen oder Senioren interessant sein. Ebenso werden Schäfte aus Graphit immer interessanter auch für schnellere Schwinger. 

Immer wieder wird angenommen, dass man mit einem Schaft aus Graphit weiter schlagen kann als mit einem Stahlschaft. Aber leider kann man auch das nicht so vereinfacht sagen. Die entscheidenden Faktoren für die Schlaglänge sind immer noch das Gewicht und die Härte des Schafts. Wenn man nun zwei Schäfte, einen aus Stahl und einen aus Graphit, die das gleiche Gewicht und die gleichen Spezifikationen haben, gegeneinander betrachtet, wird nur ein geringer Unterschied im Ballflug festzustellen sein und die Daten des Radargerätes werden sich ähneln. Einen deutlichen Unterschied spürt der Spieler aber im Ballkontakt. Durch seine Bauart fühlt sich der Stahlschaft etwas direkter und härter an als der Graphit-Schaft. 

Hierzu gibt es eine einfache Erklärung: Die Vibration beim Ballkontakt wird durch den Stahlschaft direkt auf die Hände des Spielers übertragen. Der Graphit-Schaft besteht aus zahlreichen gewickelten Fasern. Daher ist der Weg der Vibration bis zu den Händen um ein Vielfaches länger. Die Vibration wird so abgeschwächt und der Schlag fühlt sich weicher an. Beim direkten Vergleich dieser beiden Arten von Schäften läßt sich also nicht klar entscheiden, welcher Schafttyp besser geeignet ist.

Am Ende wird es immer eine Frage des geeigneten Gewichts, des passenden Härtegrads und vor allem des Gefühls des Spielers sein, auf welchen Schaft die Wahl fallen wird. Und auch körperliche Gesichtspunkte sollten bei der Wahl des Schafts berücksichtigt werden.

Die Frage nach dem optimal passenden Schaft wird theoretisch nicht zu beantworten sein. Daher ist es unausweichlich, ein Fitting durchzuführen, bei dem die verschiedenen Schaft-Alternativen ausgiebig getestet werden können und der Spieler den idealen Schaft für sich entdecken wird.